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5 Rituale zur Einschulung und Back-to-School-Rituale, die meinen Kindern den Übergang erleichtern sollen

von Annika Bühnemann
8 minutes Lesezeit

In wenigen Tagen enden nicht nur die großen Sommerferien bei uns, sondern es steht auch eine Einschulung an. Ein Mal haben wir das Ganze bereits erlebt, jetzt ist die Jüngere dran und wir alle sind schon ziemlich kribbelig.

Und wenn mich etwas innerlich aufwühlt, dann mache ich gerne Rituale, um wieder Ruhe zu finden.

Auch für die Kinder habe ich mir Rituale überlegt, die ich mit ihnen durchführe – natürlich machen sie nur mit, was sie mitmachen wollen. Erfahrungsgemäß haben sie aber immer viel Spaß dabei und verstehen tatsächlich den tieferen Sinn dahinter: Loslassen, was vergangen ist, und um Gottes Hilfe für die Zukunft bitten.

Wenn also bei dir auch gerade der Weg zurück zur Schule führt oder ihr auch einschult, bediene dich gerne bei meinen Ideen:

Vor dem Neustart: Aufschreiben und verbrennen

Ein uraltes Ritual ist das Verbrennen von Dingen, die man loslassen will. so funktioniert es:

Schritt 1: Setze dich mit dem Kind am Tag vor dem Neustart in einer ruhigen Minute hin und lasse es aufschreiben, was es hinter sich lassen will. Wenn es schon schreiben kann, darf es das natürlich auch selbst machen. Wenn euch nichts spontan einfällt, fragt euch: Was macht mir Angst, wenn ich an [die Schule]/[die neue Klasse]/[die neue Schule] denke? Was hat mich in der Vergangenheit gestört, was sich jetzt ändern soll?

Auf dem Zettel kann das sowas stehen wie:

  • „Ich habe Angst, keine Freunde zu finden.“
  • „Ich habe Angst, weil ich mich nicht auskenne und alles neu ist.“
  • „Ich habe letztes Schuljahr oft nicht aufgepasst.“

Schritt 2: Verbrennt den Zettel sicher. Alternativ könnt ihr ihn auch zerreißen oder in Wasser auflösen.

Wenn ihr möchtet, vergrabt die Reste dann noch im Garten, gerne mit einem Satz wie „Ich lasse diese Angst jetzt hinter mir“ oder „Ich übergebe jetzt alles, was mir Angst macht, an Gott.“ Nutzt, was zu eurem Sprachgebrauch passt.

Aus dem Nähkästchen: Ich bin mit meinen Kindern rausgegangen, habe unsere feuerfeste Schale in die Mitte gestellt und meine Jüngste schlug vor, dass wir alle uns an den Händen fassen. „Macht die Augen zu“, sagte sie und dann: „Lieber Gott, wir bitten dich, dass wir einen guten Schulanfang haben und dass wir keine Angst haben.“ Ich glaube, solche Gebetskreise kennt sie aus ihrem Kindergarten. Mich hat er jedenfalls sehr ergriffen, weil sie sonst jemand ist, der sehr selten von sich aus solche Sätze sagt.

Aufräumen und Ausmisten als Ritual

Es tut gut, vor einem neuen Lebensabschnitt aufzuräumen. Ich weiß, ich weiß, das Wort löst ungefähr so viel Begeisterung aus wie Läusebefall, aber meiner Erfahrung nach wertschätzen die Kinder es, wenn man dem Aufräumen diesen Sinn gibt und ihnen beim Ausmisten hilft.

Wenn die Kinderzimmer so schlimm aussehen wie bei uns kann es auch helfen, sich auf den Schreibtisch zu beschränken 😉 Bei uns ist das Ganze spontan sogar in eine Umräumaktion ausgebrochen und wir haben den ganzen Tag lang das Zimmer der Großen neugestaltet. Abends ist sie unendlich stolz und glücklich ins Bett gefallen (bei dem wir zum ersten Mal den Rausfallschutz abgenommen haben – jetzt fühlt sie sich richtig groß). Das hat ihrem inneren Übergang in die nächste Klasse richtig viel gebracht!

Schulranzen säubern

Natürlich gehört dazu auch bei denen, die zurück zur Schule kommen, der Schulranzen. Alles Alte raus, den Ranzen mit Seifenwasser sanft reinigen und trocknen lassen, gern in der Sonne, wenn das Material das zulässt. Optional kannst du anschließend alles dünn mit Salzwasser besprühen oder einreiben. Salz wird seit Langem eine schützende Funktion zugeschrieben. Wir machen das bei uns zusammen mit der Bitte an Gott um Schutz auf dem Schulweg und um Schutz in der Schule.

Danach wird alles Neue einsortiert, also neue Hefte, Bücher, aufgefrischtes Federmäppchen und so weiter.

Bonustipp: Meine Kinder haben ein kleines Kosmetiktäschchen in ihren Ranzen, in denen alles drin ist, was man im emotionalen Notfall brauchen könnte: ein kleines gehäkeltes Kuscheltierchen, „Mut-Öl“, einen handgeschriebenen Zettel von mir, eine Affirmationskarte, einen Handschmeichler bzw. ein Fidget-Toy und Bachblüten-Notfall-Dragees.

Bei großer Aufregung: Einen besonderen Stein, Anhänger, ein kleines Kuscheltier o. Ä. mit extra viel Liebe, Stärke und Mut aufladen

Die Nervosität ist hier vor der Einschulung bei unserer Tochter recht groß, deshalb gibt es für sie einen extra „Mut-Stein“ für das Notfalltäschchen. Um ihn spielerisch „aufzuladen“, nehmen wir nacheinander den Stein in die Hand, drücken ihn ganz fest und beten, dass Gott sie in der Schule immer begleiten möge und dass dieser Stein sie immer daran erinnert, dass sie stark ist, mutig ist und Gott immer an ihrer Seite ist, egal, was passiert.

Wenn du nicht gläubig bist, kannst du das natürlich für dich so abwandeln, dass du einfach Mut, Schutz und Stärke in den Stein hineinwünschst.

Schreibe einen Brief, der am Schulanfang gelesen wird

Wäre es nicht ein tolles Gefühl, die liebevollen Worte seiner Eltern auch in der Schule zu hören?

Wenn dein Kind lesen kann und kein Handy hat (👍🏻), dann schreibe ihm doch einen Brief, den es am Schulmorgen lesen darf und mit in die Schule nimmt. Wenn du keine Ahnung hast, was du schreiben könntest, frage dich, was du an deinem ersten Schultag [in der X. Klasse] gerne gelesen hättest. Du könntest beschreiben, wie stolz du auf dein Kind bist, dass du es mit seinen Herausforderungen siehst und in Gedanken immer bei ihm bist, dass du es bedingungslos liebt, egal, wie die Schultage sind (vor allem: egal, welche Noten es bekommt!), dass es immer zu dir kommen kann und dass was du dir alles für es wünschst.

Wenn dein Kind schon größer ist und ein Handy hat, kannst du es auch als Sprachnachricht verschicken, damit es deine Stimme hört. Manchmal kann das besonders gut helfen, wenn es stressig ist. Wer von uns hätte nicht gerne an einem anstrengenden Vormittag mal die Stimme der Eltern gehört, die einem sagen, wie sehr man geliebt wird?

Wenn dein Kind noch nicht lesen kann, dann malst du ein Herz, in dem der Name des Kindes und eurer Familienmitglieder stehen und erklärst vorher, was du damit sagen willst.

Schwellenritual direkt am Tag der Einschulung

Vielleicht gefällt dir die Idee, das Wort „Schwelle“ wörtlich zu nehmen:

1 . Bevor es zur Schule geht, macht sich das Kind fertig und bekommt dann …

2 . … direkt an der Haus- oder Wohnungstür den Ranzen und die Schultüte, als Zeichen für den Übergang zum Schulkind.


Um es noch deutlicher zu machen, kann das Kind auch zuerst den Kindergartenrucksack auf dem Rücken haben. Es legt dann den kleinen Rucksack ab, übertritt die Türschwelle und erhält (unter Beifall der Familie 😉 ) den Ranzen und die Schultüte. Wäge ab, ob das für dein Kind eher ermutigend oder eher einschüchternd ist und entscheide dann im Sinne des Kindes.

Segenswünsche am Tag der Einschulung

Wenn eure Familie offen dafür ist, kannst du auch am Tag der Einschulung ein Blatt auslegen, auf dem die Gäste gute Wünsche hinterlassen, wie ein Gästebuch in kleiner Form.

Wie auch immer ihr den Übergang gestalten wollt: Macht es mit Intention. Es bringt nichts, 27 Dinge abzuarbeiten, weil sie auf einer Liste stehen. Überlege dir vielmehr drei oder vier kleine Aktionen, die du mit ganzem Herzen machen willst.

Beziehe deine Kinder bei der Auswahl mit ein, wenn du unsicher bist, ob deine Idee deinem Kind auch gefällt.

Nicht vergessen: Letztlich sind sie es, die den Übergang machen.

Apropos:

Vergiss nicht dein eigenes Übergangsritual

Auch für dich bedeutet der Schulanfang einen Übergang und auch du darfst für dich Übergangsrituale machen. Auch hier gilt wieder: Mache das, was dich anspricht.

Gespräch mit Gott (Universum/Quelle/…)

Wie auch immer du die höchste Kraft des Universums bezeichnest, du kannst Kontakt dazu aufnehmen. Mir hilft es, wenn ich dabei eine Kerze anzünde und weiß, dass ich mindestens 20 Minuten absolute Ruhe habe. Ich mache das auch gerne schriftlich, das heißt, ich schreibe auf eine leere Seite beispielsweise „Gott, ich bin nervös wegen der Einschulung.“ und dann warte ich, was für Wörter in mir auftauchen, die ich als Antwort interpretiere.

Ausreichend Zeit für deine Gedanken und Gefühle

Auch wenn viel zu erledigen ist, versuche dir am Tag des Schulanfangs oder der Einschulung Zeit für dich zu nehmen, in der du deine Gefühle und Gedanken wahrnimmst. Das kannst du durchs Journaling machen, durch Meditation, durch einen Spaziergang, durch intuitives Malen oder durch Gebet.

Abschiedsbrief

Schreibe einen kleinen Brief an den alten Lebensabschnitt, den ihr jetzt hinter euch lasst. Du kannst ihn danach archivieren oder verbrennen/vergraben.

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